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Jung und Alt verträgt sich gut

Vorschulkinder der „Arche Noah“ besuchen die Senioren der Tagespflege St. Georg und die Diakonie Sozialstation Büchen-Lauenburg.

Wenn die ganz junge auf die ältere Generation trifft, kann das sehr gut funktionieren. Das wissen Meike Mohr, Leiterin der Diakonie Sozialstation Büchen-Lauenburg, und Edeltraut Harten, Erzieherin in der Kindertagesstätte Arche Noah. Woher die beiden das wissen? Seit langem besuchen acht Kinder regelmäßig die Senioren in der Tagespflege St. Georg, um gemeinsam zu Singen. Das aktiviert die älteren Menschen. Sie bringen den jungen Gästen Lieder aus ihrer Kindheit bei und lernen wiederum auch neue, modernere Kinderlieder.

Doch die Kinder können dabei noch viel mehr lernen. Zum Beispiel, was es heißt, älter zu werden. Um sich etwas besser in die Generation ihrer Großeltern einzufühlen, haben Meike Mohr und Edeltraut Harten im März einen Erlebnis-Vormittag in der Sozialstation vorbereitet. Dabei konnten die Kinder entdecken, welche Einschränkungen ältere Menschen im Alltag haben. Mit Kopfhörern konnten die Kinder nachempfinden, wie es ist, schlechter zu hören. Dicke Handschuhe zeigten, wie schwer es ist, mit steifen Fingern Geld aus dem Portemonnaie zu holen. Und mit Gewichtsmanschetten fühlten sie, wie langsam man mit einer eingeschränkten Beweglichkeit sich fortbewegen kann. Zum Abschluss durften die Kindergartenkinder testen, wie man Rollstuhl fährt. Zu Hause berichtete ein Fünfjähriger stolz: „Nun weiß ich endlich, warum Opa nicht so gut laufen und hören kann.“

Angst vor dem Älterwerden haben die Kinder nicht bekommen. „Irgendwann bin ich auch mal ein alter Opa“, weiß ein Vorschulkind. Bis dahin wird natürlich noch viel Zeit vergehen. Zeit, in der die Kinder etwas mehr Mitgefühl und Rücksicht für die ältere Generation entwickeln können. Zeit, in der sie vielleicht nicht stöhnen über die Seniorin an der Kasse, die gerade mühsam Kleingeld hervorholt. Oder Zeit, in der sie den älteren Herren an der Ampel nicht wegdrängeln, weil er so langsam geht.

Auch die Senioren nehmen viel mit von den Vormittagen. Sie lassen sich von der Lebensfreude und der Unbeschwertheit der Jüngeren anstecken. Und sie merken, dass Kinder nicht nur einfach laut sind. Sondern dass Kinder Spaß haben und einen mit ihrer Freude anstecken können.

Jung und Alt, das verträgt sich gut.

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